12 Mai

Die Geburtstagswoche – Tag 6

Nun ist sie schon um, die Geburtstagswoche. Aber nicht, bevor ich nicht vom großem Finale, der Piratenparty, erzählt habe.

Meine kleine Große war bereits auf ein paar Geburtstagen hier in der Slowakei eingeladen. Sie hatten alle eins gemeinsam… sie fanden nicht beim Geburtstagskind zu Hause, sondern an einem anderen Veranstaltungsort statt, wie z.B. einem Indoorspielplatz oder einer Kletterhalle. Sehr häufig begannen sie morgens ab 10:00h und dauerten dann im Schnitt 2 Stunden. Viele Familien leben außerhalb der Stadt, weil es dort günstiger ist. Oder sie leben in Bratislava, haben aber nicht genügend Platz für eine Party zu Hause. Da bietet der Geburtstag außerhalb des eigenen Heims natürlich einige Vorteile.
Mein kleine Große hatte jedoch den ganz klaren Wunsch eine „deutsche“ Party zu Hause mit Schatzsuche zu machen. Die Schatzsuche gilt hier übrigens als typisch deutsch. Ein Gast erklärte seiner Mutter, sie müsse eine Jacke mitnehmen. Bei deutschen Geburtstagen gäbe es immer eine Schatzsuche. Ist das so? Ist das typisch deutsch? Wie feiert Ihr die Geburtstage Eurer Kinder? Zuhause oder außerhalb?

Doch zurück zu unserer Party.

Die Tischdeko
Da wir eine Piratenparty veranstalteten, musste auch die Tischdeko „piratig“ sein. Zusätzlich zu den passenden Bechern und Servietten besorgte ich kleine Schatztruhen, die die Geburtstagsgäste bemalen konnten. Wie in den Jahren davor haben wir den Tisch mit Papier beklebt. Das schont den Tisch, und die Gäste dürfen das Papier bemalen, während sie z.B. auf´s Essen warten. Das sorgte übrigens bei unseren slowakischen Gästen für große Augen und großes Vergnügen. Ebenso die Tatsache, dass die Schatzsuche im Freien stattfinden würde. „Wo suchen wir den Schatz? Wirklich draußen? Wirklich?“

Piratengeburtstag_timbaru_20150512_c Piratengeburtstag_timbaru_20150512_b

Ich habe mich noch mal in Fondant geübt und einen Piratenkuchen gebacken. Das Segel stammt ganz unverkennbar aus der Feder meiner Tochter.

Die Geschenkeübergabe
In der Slowakei werden die Geschenke zu Beginn der Party eingesammelt und auf einen Geschenketisch gestellt. Gegen Ende des Geburtstages sucht sich jeder Gast sein Geschenk. Alle stellen sich in einer Reihe vor dem Geburtstagskind auf, wünschen ihm alles Liebe, Gesundheit, etc. und überreichen dann das Geschenk. Ausgepackt werden die Geschenke dann erst zu Hause bzw. wenn die Gäste weg sind. Doch  meine kleine Große wollte es so machen, wie sie es gewohnt war. Nämlich mit Flaschendrehen und zu Beginn der Feier. Der Gast, auf den die Flasche zeigt, überreicht das Geschenk. Dieses wird -natürlich- sofort geöffnet. Damit der Gast sich nicht langweilte, der sein Geschenk abgegeben hat, konnte dieser sich an den Tisch setzen und schon mal die Schatztruhe anmalen.

Die Schatzsuche
Während dann alle am Tisch saßen, Muffins verputzten und malten, machte ich mich auf den Weg, den Schatz zu verstecken. Ich bin meinem Mann sehr dankbar, dass er bereitwillig den Job des Suchens mit den Kindern übernommen hat. Mit neun zuckergeschockten Kindern nach Hinweisen und Pfeilen zu suchen ist kein Kinderspiel. 😉
Ich war also unterwegs, und mein Mann las den Kindern einen Brief vor, den ein alter Pirat der Piratenkapitänin -meiner Tochter- geschickt hatte. Darin stand, dass er einen Schatz versteckt hatte. Er sei aber zu alt, um den Schatz selber noch zu heben. Die Schatzkarte bestand aus mehreren Teilen. Die einzelnen Teile konnten die Piratenkäpitänin und ihre Crew durch das Lösen von Aufgaben einsammeln und schließlich zusammensetzen.
Die Kinder folgten den Pfeilen, und mein Mann folgte den Kindern. Gleichzeitig mussten sie auf Zahlen achten, die ich auf den Boden gemalt hatte. Jede Zahl stand für eine Aufgabe.
So mussten die Kinder z.B. Piratennamen für sich ausdenken, einen Piratentanz aufführen, einen Buchstabensalat lösen (Welches Wort verbirgt sich hinter: TPARI?), wie ein einbeiniger Pirat um einen Brunnen hüpfen, usw. Insgesamt waren es neun Aufgaben. Da wir Gäste im Alter von 5 bis 7 dabei hatten, habe ich versucht, für jede Altersstufe passende Aufgaben zu stellen. Und jedes Kind sollte am Ende einen Teil der Schatzkarte in der Hand halten. Dummerweise hatte ich mich mit den Zahlen vertan und eine ausgelassen, dafür eine andere doppelt. Und die kleinen Piraten müssen eine Zahl übersehen haben. So gab es ein wenig Enttäuschung, dass doch nicht jedes Kind ein Kartenteil bekam. Die Enttäuschung wich der Aufregung, als es darum ging, die Karte zusammenzusetzen. Schnell war den Kindern klar, dass der Schatz in einem Baumstumpf im Präsidentenpark auf sie wartete.
Piratengeburtstag_timbaru_20150512_d

Dort wartete ich auch schon, als die ganze Piratenbande um die Ecke bog und sich auf die Suche machte. Begrüßt wurde ich übrigens mit den Worten: „Du hast ja alles falsch gemacht!“ 😉

Auch beim Kartenzeichnen war ich nicht ganz genau. Ich hatte die Karte aus dem Kopf gezeichnet. Der Baumstumpf befand sich an einer ganz anderen Stelle, als auf der Karte. Als die Kinder anfingen, sämtliche Sträucher und Büsche zu zerlegen, machten wir sie darauf aufmerksam, dass der alte Pirat schon einige Fehler gemacht hatte, und sie einfach nach anderen Baumstümpfen Ausschau halten sollten. So war der Schatz dann auch schnell gefunden. Als wir wieder zu Hause waren, wurde der Schatz gerecht aufgeteilt. Während mein Mann Abendessen machte, habe ich mit den Kindern noch ein paar Spiele gemacht.

Piratenspiele
Meine kleine Große hatte sich gewünscht, dass wir „Bello, Bello“spielen. Kennt Ihr das alle? Wahrscheinlich, oder? Ich hatte die Befürchtung, dass die anderen Großen, das Spiel vielleicht zu kindlich finden. Also haben „Bello, Bello“ kurzerhand in „Käpt´n, Käpt´n, wer hat den Schatz versteckt?“ umgewandelt. Hier unsere Piratenspielregeln: Ein Kind geht raus. Die anderen Kinder bestimmen, welcher Matrose den Schatz versteckt. Alle Kinder halten dann ihre Hände hinter den Rücken. Das eine Kind kommt wieder rein und hat nun zwei Möglichkeiten. Es kann wie bei „Bello, Bello“ alle Kinder „durchprobieren“. Anstatt sie anzubellen, sagt es „Ahoj, Matrose“. Das angesprochene Kind zeigt dann seine Hände. Hat es den Schatz, bekommt es das Kind, dass den Schatz gefunden hat. Das Kind, das den Schatz versteckt hatte, geht raus und darf nun selber nach dem Schatz suchen.
Die zweite Variante war, dass die Kinder durch Fragen, den Matrosen identifizieren konnten. Sie durften Fragen stellen, auf die man mit „Ja“ oder „Nein“ antworten konnte. „Hat der Matrose blonde Haare?“, „Ist der Matrose ein Mädchen?“ etc. Waren sie sich sicher, wer der Matrose mit dem Schatz ist, gingen sie hin und sagten wieder „Ahoj, Matrose“.

Danach spielten wir noch Inseltanzen. Das habe ich schon als Kind auf Geburtstagen gespielt. Jedes Kind bekommt ein Blatt Papier, die Insel. Beim Tanzen darf das Kind nicht neben die Insel treten. Stoppt die Musik, wird die Insel gefalten, so dass diese immer weiter schrumpft. Normalerweise scheidet ein Kind aus, wenn es neben die Insel tritt. Da die Kinder aber so viel Spass hatten, haben wir kein Gewinnspiel daraus gemacht. Zu dem Zeitpunkt haben auch gar nicht mehr alle mitgemacht. Als dann aber das Piratenessen kam, waren wieder alle am Tisch vereint und aßen zufrieden vor sich hin. Mittlweile trudelten auch die Eltern alle ein. So habe ich mich auch mit Eltern etwas länger unterhalten, die ich sonst nur kurz auf dem Flur gesehen habe. Das fand ich wirklich schön.

Als dann alle Gäste gegangen waren, räumten mein Mann und ich schnell auf, während die Piratentochter ihre Geschenke bestaunte. Ein Berg an Geschenken, sage ich Euch. Wahnsinn. Ich habe den Eindruck, dass hier am Geburtstag eher geklotzt als gekleckert wird. Als ich dann Revue passieren ließ, was wir so bisher geschenkt haben, war mir das fast schon etwas peinlich.
Mein Kind war auf alle Fälle happy mit ihrem Piratengeburtstag, auch wenn sie ihre beiden liebsten Freundinnen aus Deutschland gerne dabei gehabt hätte.
Ich war froh, dass es meiner kleinen Großen gefallen hat, den Gästen auch… und dass die Party nun vorbei war. 😉
Piratengeburtstag_timbaru_20150512_a

Morgen zeige ich noch einmal die Geburtstagswoche im Überblick. Und dann gibt es auch wieder andere Themen.

Herzliche Grüße, Nina

11 Mai

Die Geburtstagswoche -Tag 5

Eigentlich hatte ich gar keine Pause der Geburtstagswoche eingeplant. Doch wie heißt es so schön. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Wir sind über das lange Wochenende, das wir dank des slowakischen Feiertages (Sieg über den Faschismus) am Freitag hatten, nach Trentschin gefahren. Ich hatte alles mit, um am Abend den nächsten Beitrag zu schreiben. Im Rheinland gibt es den Spruch: „Nach möd´ kommt blöd.“ Meine kleine Große war durch und müde und zoffte rum. Auch die Mama, also ich, war leider möd´und blöd und so gab es einen ermüdenden Streit. Was soll ich sagen, ich konnte in der Nacht nicht gut schlafen und war am nächsten Tag noch möder und blöder. Bloggen war beim besten Willen nicht drin.

Zwar bin ich immer noch möd´, aber ich denke, ich habe ausgeblödet. Und jetzt versuche ich das Kunststück den Bogen wieder zurück zur Geburtstagswoche zu schließen, die ich Euch ja nicht vorenthalten möchte. 😉

Das Festtagskleid

Als meine Tochter ihren Entwurf für das Geburtstagskleid zeichnete, bestellte sie einen Glitzerstoff. Ich entschied mich für den Stoff, den Ihr auf den Photos seht. Glücklicherweise ging der als Glitzerstoff durch.

lillesolundpelle_Stars10_timbaru_20150511_b lillesolundpelle_Stars10_timbaru_20150511_d lillesolundpelle_Stars10_timbaru_20150511_c lillesolundpelle_Stars10_timbaru_20150511_a

Schnitt: lillesolundpelle

Meine kleine Große hatte das Kleid auch schon an. Allerdings sind die Temperaturen hier teilweiseschon recht hoch, so dass lange Ärmel nicht zum Tragekomfort beitragen.

Morgen erzähle ich Euch von der Geburtstagsparty und der Schatzsuche. Da wir bereits auf ein paar slowakischen Geburtstagsparties waren, werde ich auch von den Unterschieden schreiben, die mir aufgefallen sind.

Herzliche Grüße, Nina

08 Mai

Die Geburtstagswoche – Tag 4

Die Geburtstagswoche war mit einer Menge Backen verbunden. Zuerst gab es am Geburtstag selbst Schokomuffins für die Schule. Dann nochmal Muffins für die Piratenparty, und ein Geburtstagskuchen durfte auch nicht fehlen. Ein paar Tage später habe ich dann noch einen Kuchen für die Schule gebacken. Diesmal für die Muttertagsfeier. Anderes Thema. 😉

Zeigen möchte ich Euch heute die Schokomuffins. Die erste Variante für die Schule habe ich mit Hilfe von Fondant verziert. Das ging viel einfacher als gedacht. In Deutschland habe ich Fondant nicht im Laden gesehen. Vielleicht gibt es das mittlerweile? Hier habe ich das Fondant im Supermarkt gekauft.  Für die Schrift habe ich Zuckerschrift aus der Tube genommen. So sah das Ergebnis aus:

Schokomuffins_timbaru_20150508_a

Schokomuffins_timbaru_20150508_b

Für die Piratenparty habe ich die Muffins mit Puderzucker verschönert. Der Clou waren dann noch die Zungentatoos, die ich mit etwas Zuckerschrift befestigt habe. Meine kleine Große hat dann noch coole Flaggen gemalt und an Zahnstocher geklebt. Hier das Ergebnis:

Schokomuffins_timbaru_20150508_c

Schokomuffins_timbaru_20150508_e

Und wie versprochen kommt hier nun das Rezept für 12 Muffins :

Heizt den Ofen auf 180 Grad (bzw. 160 Grad bei Umluft) vor. 85 g Zartbitterschokolade (ich habe 70%ige genommen) in Stücke gebrochen mit 150 g Butter zum Schmelzen bringen. Laut Originalrezept macht Ihr das im Wasserbad. Ich habe es allerdings so in einem kleinen Topf schmelzen lassen. Das hat auch gut geklappt.
160 g Zucker, 1 Prise Salz, 5 Eier und ein Päckchen Vanillezucker schaumig rühren.
In einer weiteren Schüssel 160 g Mehl und 1 TL Backpulver sieben und mischen. Die Mehlmischung rührt Ihr unter die Eiermischung, bis alles gleichmäßig feucht ist.
Nun die geschmolzene Schoko-Butter-Mischung in einem feinen Strahl zum Teig geben und gut verrühren.
Verteilt den Teig gleichmäßig auf die Backförmchen. Am besten eignet sich ein Muffinblech. Der Teig ist eher flüssig. Nach meiner Erfahrung halten die Papierförmchen nicht so gut.
Die Muffins könnt Ihr nach ca. 20 Minuten aus dem Ofen holen.
Vor dem Verzieren abkühlen lassen. Für die Fondantverzierung habe ich die Muffins mit Aprikosenmarmelade bestrichen, damit das Fondant besser hält. Dieses könnt Ihr mit Lebensmittelfarbe verkneten und dadurch bunt färben. Einfach gut ausrollen und Kreise – z.B. mit einem Glas – ausstechen und auf die Muffins plazieren. Jetzt noch mit der Zuckerschrift bemalen und voilá – fertig!

Das Originalrezept habe ich aus „Die Maus – Mein erstes Backbuch“.

Sehr lecker, sage ich Euch! Morgen gibt es dann Bilder von Kleid Nummer drei!

Herzliche Grüße, Nina